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Horinzontalfaltländen an Pfosten- Riegelkonstruktion

Aufgabenstellung:

                

Gemeinsam mit dem Architekturbüro Hauer & Kortemeier aus Gütersloh hat sich die
Fa. hilbra der Aufgabe gestellt, einen Sonnenschutz für eine Pfosten-Riegel-Konstruktion
eines Bürogebäudes in Gütersloh zu schaffen, welcher einem zukunftsfähigen Funktions-
begriff gerecht wird und über eine Prozessfassade zum Ausdruck kommen soll.

Der Neubau steht auf dem Gelände einer ehemaligen Kistenfabrikation. Den Bezug
zur früheren Nutzung herstellend, soll dem Baustoff Holz eine dominante Stellung
an der Fassade zukommen. Nun besitzt Holz zwar hervorragende Sonnen- und
Wärmeschutzeigenschaften, aber auf Grund des statisch notwendigen Volumens
hat eine derartige Sonnenschutzkonstruktion ein Gewicht welches schwierig bewegt
werden kann. Diese Mobilität ist aber notwendig, wenn die Bedürfnisse, der hinter
der Fassade arbeitenden Menschen, Berücksichtigung finden sollen. Im Spektrum
zwischen Sonnenschutz und freiem Ausblick liegen noch mannigfaltige Funktionen
wie z.B. das Erzeugen von individuellen Lichtstimmungen im Innenraum oder aber
das Licht- und Schattenspiel einer permanent sich verändernden Fassade.

Lösung:

Mit dem Horizontalfaltladen von hilbra ist es möglich diesen Bedürfnissen gerecht

zu werden. Dieses motorisch betriebene Faltladensystem besteht aus einem Antriebsrahmen
in dem 2 Paneele geführt werden. Während es im geöffneten Zustand wie ein Vordach
im Deckenbereich zum Stehen kommt, schließt es im geschlossenen flächenbündig
ab. Die sichere Führung an allen Ecken der Paneele ermöglicht auch das Stoppen
der Läden in jeder Zwischenposition.

Die BUS - Installation macht es möglich die Läden sowohl in definierten Gruppen,
als auch einzeln mittels Zufallssteuerung zu betreiben. Mit den entsprechenden Sensoren
für Sonne, Regen und Wind reagiert die Fassade aktiv auf klimatische Veränderungen.
Da sie sowohl ebenerdig als auch an zu öffnenden Elementen zugänglich ist, ist ein
umfangreiches Sicherheitskonzept von Nöten, wie es unter anderem die DIN EN 13 659
beschreibt.

Mit Begriffspaaren wie Lebendigkeit und Stille, Offenheit und Zurückhaltung, Relief
und Fläche, kann die Bandbreite der möglichen Wirkungen der Fassade beschrieben
werden. Wo steht sie jedoch in Bezug auf nachhaltiges Bauen?

Diesem Thema widmet sich hilbra intensiv und hat deshalb ein innerbetriebliches
Entwicklungstool und ein kundenorientiertes Informationssystem – den Zukunftspass –
geschaffen. Systematisch werden damit sowohl die Auswirkungen dieses Bauteils
auf dessen Ressourceneffizienz und die Gesundheit der Bearbeiter und Nutzer untersucht.
Neben Bewertungschecklisten, dem Einfließen innerbetrieblicher Erfahrungen und der
Berücksichtigung von entsprechenden Normen wird im Zukunftspass der Naturverbrauch
mit Hilfe des MIPS (Materialinput pro Serviceeinheit) von Prof. Schmidt-Bleek ermittelt.

Diese differenzierte Betrachtungsweise fördert zum Teil überraschendes zu Tage.
Zwar ist Holz unbestritten dem Aluminium in Bezug auf dessen Naturverbrauch deutlich
überlegen, wird es aber mit bioziden Wirkstoffen behandelt relativieren sich die positiven
Eigenschaften jedoch wieder.

Ein Verzicht auf Biozide, wie an diesem Bauvorhaben geschehen, ist aber nur möglich,
wenn die gesamte Wertschöpfungskette des verwendeten Holzes auf diese Anforderung
hin optimiert wird. Hölzer, welche der Resistenzklasse 3-4 und schlechter angehören
sind für diese Arbeit ungeeignet. Aber auch bei den Hölzern der Resistenzklasse 3
nach DIN 68 800 T III und besser kann nicht jedes Holz verwendet werden, da z.B. die
Standeigenschaften ebenfalls ein wichtiges Kriterium für die richtige Holzauswahl
sein müssen. Beim Einkauf im Forst, dem Einschnitt im Sägewerk, der Lagerung
auf dem Trockenplatz bis zur Verarbeitung unterliegt das Holz der strengen Qualitätskontrolle
von hilbra. Dieser anspruchsvollen Prüfung hält derzeit nur Douglasie stand, welches seit
5 Jahren die Standardholzart bei hilbra ist.

Umsetzung:

Den Fokus des Funktionsbegriffs auf Belange der Nachhaltigkeit zu richten ist in Zeiten

einer voranschreitenden Umweltzerstörung und eines zunehmend spürbaren Klimawandels
eine dringliche Aufgabe. Diese auch aus ästhetischer Sicht anspruchsvoll zu lösen ist
die Intension dieser Fassade.